Märkischer Golfclub Potsdam
18-Loch-Platz PAR 72
9-Loch-Platz PAR 36
9-Loch-Platz PAR 27, clubfrei
Golfodrom, Pitching-Range, Putting Greens

Märkischer Golfclub Potsdam e.V.
Kemnitzer Schmiedeweg 1
14542 Werder / OT Kemnitz
Telefon 03327 - 6637-0
Fax 03327 - 663737

info@mgc-potsdam.de
www.mgc-potsdam.de
Betriebsgesellschaft hat Insolvenz angemeldet / Verwalter:
„Spielbetrieb für Mitglieder geht weiter.“

Die Golfanlage im Werderaner Ortsteil Kemnitz musste Insolvenz anmelden. Bereits seitmehreren Jahren gab es dort finanzielle Schwierigkeiten.

Die Betriebsgesellschaft der Golfanlage imWerderaner Ortsteil Kemnitz steht vor der Pleite.Wie Insolvenzverwalter Sebastian Laboga der MAZ mitteilte, habe die HA-BRO Golfbetriebsgesellschaft bereits am 25. August die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen beantragt. Er selbst sei vom Amtsgericht Potsdameingesetzt worden, um die Geschäfte weiterzuführen. Diewirtschaftliche Situation der Golfanlage sei bereits seit mehreren Jahren angespannt gewesen, in den vergangenen Wochen habe sich die Lage weiter verschärft, so Laboga. Die 17 Mitarbeiter seien über die Insolvenz informiert worden, der „rückständige August-Lohn“ werde nun erst einmal vorfinanziert. „Wie es langfristig weitergeht, kann ich trotz positiver Signale momentan noch nicht einschätzen“, zunächst müsse er die wirtschaftliche Situation prüfen. Er sei aber „zuversichtlich“, dass eine tragfähige Lösung gefunden werden könne, so Laboga weiter.
Der finanzielle Schiffbruch in Kemnitz ist für Insider der Brandenburger Golflandschaft keine Überraschung. Zahlreiche Anlagen rund um Berlin, die allesamt nach der Wende enstanden sind, haben Probleme, weil sie zu wenigMitglieder an sich binden können. Die Einnahmen werden aber benötigt,umdie aufwändige Pflege der Sportstätten zu finanzieren. In Kemnitz wurden in den 1990er Jahren von privaten Investoren auf 140 Hektar einer ehemaligen Obstplantage ein 18-Loch-Meisterschaftsplatz, zwei 9-Loch Plätze, eine Übungsanlage und ein Clubhaus errichtet. Der „Märkische Golfclub Potsdam e.V.“, der die Plätze nutzt, hat derzeit rund 800 Mitglieder. Den vollen Beitrag von rund 1500 Euro pro Jahr bezahlen aber nur etwa 520Mitglieder. Auch die Kooperation mit dem „Resort Schwielowsee“ in Petzow, das golfspielende Gäste nach Kemnitz vermittelte, brachte wohl nicht genug Einnahmen. Nach MAZ-Informationen hatte sich Club Präsident Werner Kurotschka, selbst beteiligt an der Investoren GbR, deshalb schon länger darum bemüht, einen Käufer für die Golfanlage zu finden – ohne Erfolg.
Für Mitglieder und Gäste soll der Spielbetrieb in Kemnitz laut Insolvenzverwalter Laboga aber „uneingeschränkt“ weitergehen. Außerdem seien das Restaurant und die Internationale Golfschule, die von Pächtern betriebenwerden, von der Insolvenz nicht betroffen.
Werders BürgermeisterWerner Große (CDU) hofft, dass die Krise bald gelöst wird. „Wir leben vom Tourismus und von den Freizeitangeboten der Region.“ Dazu gehörten sowohl der Golfplatz in Kemnitz, als auch die Polo und Reitanlage in Phöben. „Hotels und Gaststätten der Stadt profitieren von den Gästen dieser Sportanlagen.“
Werner Kurotschka, Präsident des Märkischen Golfclubs Potsdam, über den einst so elitären Sport

Der „Märkische Golfclub Potsdam“ lädt zum Tag der offenen Tür auf seine Anlage im Werderaner Ortsteil Kemnitz ein. Über den Club und den Golfsport erzählt Club-Präsident Werner Kurotschka im Gespräch mit MAZ-Redakteur Jürgen Stich.

MAZ: Ist Golf immer noch ein elitärer Sport?
Werner Kurotschka: Zumindest ist Golf noch kein wirklicher Breitensport geworden. In den Köpfen der Menschen ist Golf mit den Prädikaten „teuer“ und „erst ab dem Rentenalter“ verbunden. Aber es gibt doch eine starke Tendenz dahin, dass sich der Sport öffnet und vor allem verjüngt. Bei uns in Kemnitz trainieren rund 70 Jugendliche im Alter von vier bis 12 Jahren. Da sind tolle Spieler darunter, die Spaß an diesem Sport haben.
MAZ: Ist das nicht „uncool“?
Kurotschka: Das glaube ich nicht.Wir versuchen, die jungen Leute über das Golfspiel zusammenzubringen, ihnen auch ein wenig gesellschaftliche Erziehung mitzugeben. Und das funktioniert erstaunlich gut.
MAZ: Woher kommen die Jugendlichen?
Kurotschka: Wir arbeiten mit einigen Schulen der Region zusammen, also ein Teil des Nachwuchses kommt auch aus Brandenburg.
MAZ: Gibt es Vorbehalte bei den Eltern?
Kurotschka: Als wir vor sieben Jahren in die Schulen gegangen sind und für den Golfsport warben, da gab es tatsächlich viel Widerstand bei den Eltern. Das hat sich zum Glück geändert, aber bis die Vorurteile gänzlich verschwunden sind, wird es noch dauern. Eines kann ich sagen: Hier in Kemnitz und in der Region sind wir als Sportanlage und auch als Wirtschaftsunternehmen gut integriert.
MAZ: Was bieten Sie Interessierten oder Neueinsteigern?
Kurotschka:Wir haben hier einen öffentlichen Platz, auf dem jeder für wenig Geld und ohne eigene Ausrüstung einfach mal gegen den Ball schlagen kann.Wen es dann packt, für den bieten wir mit dem „Golfodrom“ und anderen Übungsanlagen beste Trainingsmöglichkeiten.
MAZ: Die Clubmitgliedschaft ist dann aber teuer.
Kurotschka: Aber nicht unerschwinglich. Ich will keine Zahlen nennen, aber wir bieten verschiedene Modelle an, auch die Möglichkeit der Ratenzahlung. Uns geht es darum, neue Mitglieder für uns zu gewinnen.
MAZ: Brauchen Sie neue Mitglieder, weil der Kemnitzer Golfplatz wegen einer Insolvenz in den Schlagzeilen war?
Kurotschka: Da müssen Sie unterscheiden. Die Betreibergesellschaft hat zwar Insolvenz angemeldet, aber die Eigentümer der Anlage haben ein ausreichendes finanzielles Polster, so dass weder der Spielbetrieb noch der Märkische Golfclub in Gefahr sind.
MAZ: Gibt es ein neues Betreiberkonzept?
Kurotschka: Wir arbeiten daran. Es wird auf dieGründung einer Kapitalgesellschaft herauslaufen. Wer Anteile erwirbt, kann auf diesem Wege zu seinem Spielrecht auf dem Golfplatz kommen. Nach unseren Prognosen könnten wir ab 2009 schwarze Zahlen schreiben, 2010 sind wir dann hoffentlich über den Berg.
MAZ: Was fasziniert Sie persönlich am Golfspielen?
Kurotschka: Das Erlebnis in der Natur. Wissen Sie, wenn ich aus der Stadt rausfahre und dann vier Stunden durch die Landschaft laufe, dann ist das für mich die pure Entspannung. Golf ist ein Ballspiel, für das man viel Gefühl braucht. Und als Mediziner halte ich den Sport auch für eine gute Möglichkeit in der Rehabilitation zum Beispiel nach Unfällen.