Als hätte dieser 10. November nicht schon genug Aufregung gebracht. Nun noch dieser Anruf aus dem Rat des Bezirkes Potsdam. Um vier Uhr nachmittags meldete sich das Ratsmitglied Wolfgang Kirchner. Das Gespräch hat Manfred Graulich auch nach 20 Jahren nicht vergessen.

 

Kirchner: „Ich wollte dir nur sagen, bei dir in der Philipp-Müller-Allee wird eine Grenzübergangsstelle gebaut.“

Graulich: „Sag das noch mal!“

Kirchner: „Du musst morgen dorthin gehen, da ist die Besprechung, wie das alles abzulaufen hat.“

Graulich: „Das geht nicht. Morgen ist Kreisdelegiertenkonferenz der SED. Da muss ich hin.“

Kirchner: „Dann schick deinen Stadtbaudirektor!“

Seit 1978 amtierte der studierte Bauingenieur Manfred Graulich als Bürgermeister in Teltow. Mauer und Todesstreifen waren in der unmittelbar an West-Berlin grenzenden Stadt stets präsent gewesen. Jährlich hatte es „Grenzbegehungen“ gegeben, an denen auch Graulich teilnahm. „Es wurden Festlegungen getroffen, was verändert werden muss.“ ...

 

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