Die Neue Hakeburg auf dem Seeberg in Kleinmachnow

 

Eine große Menschenmenge strömte am 14. Januar 1990 auf den Kleinmachnower Seeberg. Dort befand sich die ehemalige Sonderschule des ZK der SED „Karl Liebknecht". Am Eingangstor prangte ein Transparent: „6. Mai 1990 - Wahltag. Soll es bis dahin so weitergehen?" Unter diesem Motto hatten bürgerbewegte Gruppen des Ortes in den Hörsaal der Parteischule eingeladen.

Es ging um die Zukunft des Areals, das die SED weiterhin für sich beanspruchte. Der Wissenschaftler Gerhard Casperson trat ans Mikrofon und forderte die umgehende Öffnung des Geländes für die Allgemeinheit. Er sprach sich zudem dagegen aus, Freiflächen zu bebauen und dafür etwa Bäume abzuholzen. „Ich wollte vor allem die ökologischen Aspekte betonen." Der Biologe hatte sich innerhalb der Bürgerbewegung als Umweltschützer bereits einen Namen gemacht. Andere Redner machten weitere Forderungen auf. Die Gebäude sollten für soziale Zwecke, etwa als altersgerechte Wohnungen genutzt werden.

Der spätere Kleinmachnower Bürgermeister und jetzige Landrat von Potsdam-Mittelmark, Wolfgang Blasig, der beim Neuen Forum seine politische Feuertaufe erlebte, verlangte Auskunft über finanzielle Fragen im Zusammenhang mit der Verpachtung der Hakeburg an die SED. Das Wohnschloss war bis zur Wende als Gästehaus der Regierung genutzt worden.

Für Casperson und seine Mitstreiter stand außer Frage, dass die Liegenschaften auf dem Seeberg nach dem Ende des DDR-Regimes in „kommunales Eigentum" überführt werden müssten. Nur war es schwer, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Der Lehrbetrieb an der Kaderschmiede war eingestellt worden. Bis auf den stellvertretenden Leiter der Parteischule, der die Kundgebung schweigend verfolgte, war kein Verantwortlicher erschienen ...

 

 

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