Lage des geplanten Hafens am Teltowkanal. Quelle: Stadt Teltow

 

Teltows Marina soll Mitte 2018 eröffnet werden

Märkische Allgemeine, 4. April 2017

 

Der Boden ist bereitet. 370 Rüttelstopfsäulen stabilisieren den Untergrund in Richtung Oderstraße. Von morgens bis abends waren die Rohre in den vergangenen Monaten im Zweischichtsystem in die Erde gerammt worden. „Die notwendige Ruhephase ist nun vorbei“, erklärt Projektleiter Dietmar Städter. Ab 10. April rollen die Bagger, um das Hafenbecken auszuheben. Teltow rückt näher ans Wasser heran. Die Marina am Teltowkanal ist das wichtigste Projekt der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten. Entstehen sollen ein Hafen mit 39 Liegeplätzen für Boote bis zu 13 Metern Länge, ein Hafengebäude mit Restaurant und Aussichtsterrasse, Sanitäranlagen und eine Infrastruktur, die Freizeitkapitäne für ihren Tourenstopp in Teltow benötigen. Mitte 2018 will Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) die Marina ihrer Bestimmung übergeben. „Wenn es kein Erdbeben gibt, dann werden wir den Zeitplan einhalten“, sagt Städter.

Nach der Sanierung der imposanten Altstadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist der Hafenbau das zweite große Vorhaben, mit dem die Stadt Teltow an ihre Vergangenheit anknüpft. Die Ackerbürgerstadt – wegen des hier angebauten Teltower Rübchens auch gerne mal als Rübchenstadt tituliert – entwickelte sich nach der Eröffnung des Teltowkanals im Jahr 1906 zu einem Industriestandort. Dazu gehörte natürlich auch ein Hafen mit Ladekran und Schiffsverkehr ...

 

Die Teltower Marina wird 39 Liegeplätze anbieten, davon 19 Dauer- und 20 Gastliegeplätze. Diese Aufteilung war entscheidend, um rund eine Million Euro Förderung zu erhalten. Hafen, Hafenmeisterei mit Restaurant und Hafenbüro werden von Privaten betrieben. Interessenten gibt es, der Hafenbetreiber steht bereits fest. Eröffnung der Marina soll 2018 sein.

 

KOMMENTAR

Gewinn an Qualität

Die Kosten für den Bau der Teltower Marina haben sich von 4,5 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro verdreifacht. Der Untergrund macht Schwierigkeiten, Bauverzögerungen haben die Fertigstellung nach hinten verschoben. Immer wieder werden kritische Stimmen laut, die den Sinn des gesamten Projekts in Frage stellen. Auf der anderen Seite gibt es für die 39 geplanten Liegeplätze in Sichtweite der Teltower Altstadt bereits 100 Voranmeldungen, Interessenten für den Betrieb des Hafengebäudes geben sich im Rathaus die Klinke in die Hand und die Freizeitkapitäne werden den einzigen Hafen am Teltowkanal auf Brandenburger Gebiet sicherlich nicht links liegen lassen. Es war ohne Zweifel eine mutige Entscheidung der Teltower Stadtverordneten, mit dem Bau der Marina zu beginnen – jetzt kommt es aber darauf an, den Hafen auch fertigzustellen. Krude Alternativvorschläge wie der Bau einer Schwimmhalle oder eines schmucklosen Bootsabstellplatzes an der Stelle des Hafens helfen nicht weiter. Denn die Marina würde für die Stadt einen Qualitätssprung bedeuten, an den nach der Wende nicht zu denken war. Daran sollten alle Teltower – auch die anfänglichen Kritiker des Hafenprojekts – ein ehrliches Interesse haben.

 

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