Sporting Club Berlin Scharmützelsee
Die drei 18-Loch-Golfplätze von A-ROSA Scharmützelsee und Sporting Club Berlin Scharmützelsee in Bad Saarow bieten Golfern jeder Spielstärke sehr unterschiedliche Herausforderungen.
Der Arnold-Palmer-Platz entspricht eher einem typisch amerikanischen Golfplatz mit breiten Fairways und großzügigen Grüns, eingebettet in die waldreiche Umgebung. Wer den Nick-Faldo-Platz bezwingen will, braucht Golferfahrung. Der Platz ist einem typischen „Links-Course“ nachempfunden, wie es sie an den schottischen und englischen Küsten gibt: schmale Fairways, hohes Rough und 133 Topfbunker fordern jeden Spieler heraus. Der dritte 18-Loch-Platz, der Stan-Eby-Platz, ist seit Herbst 2001 bespielbar. Dieser Golfplatz entwickelt seine Schwierigkeiten für viele Spieler erst auf den wunderschönen, dennoch schwierigen Grüns. Außerdem verfügt das Resort über einen interessanten 9-Loch Par 3 Kurzplatz, der als öffentlicher Platz genutzt wird.

Sporting Club Berlin Scharmützelsee e.V.
Parkallee 3
15526 Bad Saarow
Club Tel: 033631-63-300
Club Fax: 033631-63-310
info@sporting-club-berlin.de
www.sporting-club-berlin.de
Bad Saarow am Scharmützelsee will an seine Glanzzeit anknüpfen.

Neun kurze Spielbahnen drängen sich westlich von Bad Saarow-Strand dicht aneinander. Gäste der nahen Hotels, mit teurer Ausrüstung, aber noch ohne Platzerlaubnis, warten am 1. Abschlag. Ihnen voraus hauen zwei junge Männer mit ihren Leihschlägern kräftig gegen den Ball – Einheimische, die den Sport der „Reichen und Schönen“ für sich entdeckt haben. Die Mischung auf dem öffentlichen Golfplatz am Scharmützelsee ist bunt. In der überschaubaren Welt der Golfer mag man bisweilen noch die Nase rümpfen, wenn „Lieschen Müller“ auf den Plätzen erscheint, doch die Öffnung der einst exklusiven Freizeitbeschäftigung ist nicht mehr aufzuhalten.

Der „Sporting Club Berlin Scharmützelsee" liegt mit seiner Übungsanlage also voll im Trend. Für gestandene Golfer bietet er mit den von Nick Faldo, Arnold Palmer und Stan Eby gestalteten drei 18-Loch-Plätzen zudem ein Terrain, auf dem sich sportliche Heraus-forderungen und landschaftliche Reize bestens ergänzen. Dass sich Golfer und andere Touristen trotzdem nicht in Scharen einfinden, liegt an der Vergangenheit. In den Neunzigern hat man die damals noch neugierigen West-Berliner mit allzu restriktiven Platzregeln und dem künstlich hochgeschraubten Anspruch, ein besonderer Ort zu sein, abgeschreckt. Heute muss Sport-Manager Jens-Dieter Ahrens umso härter darum kämpfen, „die richtigeKlientel für diese Top-Golfplätze zu gewinnen“. Ahrens kann sich dabei auf die legendäre Zeit Bad Saarows als Sommerquartier betuchter und berühmter Berliner in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts berufen. Für sie wurde bereits 1929 der Golf-Club Saarow Scharmützelsee aus der Taufe gehoben – mit Clubhaus, 9-Loch-Anlage, Strandbad, Tennisplätzen und Yachthafen.

Diese Ära soll im August die Ausstellung „100 Jahre Max Schmeling – ein Brandenburger“ in Erinnerung rufen. Der im märkischen Klein-Luckow geborene Boxer war begeisterter Golfer und verlebtemit seiner Frau Anny Ondra so manchen Sommer in seinem Saarower Haus. Der Bildhauer Josef Thorak, dessen reetgedecktes Domizil „am Dudel“ seit vielen Jahren leer steht, die Schauspieler Gustav Fröhlich, Viktor de Kowa, Harry Liedtke und Käthe Dorsch sowie der Komponist Xaver Scharwenka taten es Schmeling gleich und ließen sich Landhäuser am Scharmützelsee bauen.

Es istmühsam, an diese Vergangenheit anzuknüpfen, denn nach dem Krieg verlor der Kurort nicht nur sein Zentrum an die sowjetischen Besatzer, sondern auch die Bindung an den internationalen Tourismus. Das „Bad der Werktätigen“ mit dem Kinderferien-lager „Lilo Hermann“, das an Stelle der historischen Golfanlage entstand, war nur ein Ersatz auf Zeit. Unter völlig neuen Bedingungen muss sich Bad Saarow nun seit der Wende einen Platz auf dem Reisemarkt zurückerobern.
Beredtes Beispiel für die unstete Entwicklung rund um den See ist die 1997 errichtete Hotelanlage kurz vor Wendisch Rietz, die im Zwei-Jahres-Rhythmus den Betreiber wechselt. Derzeit versucht es die Rostocker Arkona AG unter dem Namen „A-Rosa Resort Bad Saarow“. Mit den benachbarten Golfplätzen, einer Reit- und Tennishalle sowie einer Segelschule wird den Gästen viel geboten. Der 4200 Quadratmeter große Wellness-Bereich wurde jüngst mit dem „SPA Diamond 2005“ ausgezeichnet. Und es besteht die Aussicht, während der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr eine Mannschaft beherbergen zu können.

Max Schmeling hätte seine Freude daran, mit den Fußballstars im Hotel „Esplanade“ am Hafen ein Bierchen zu zischen – wie einst an gleicher Stelle im „Kurhaus“. Doch von solch internationalem Flair ist Bad Saarow trotz einiger prachtvoll sanierter Villen weit entfernt. Zu viele Häuser stehen noch leer, vergammelte Ferienanlagen säumen die Ufer und irritieren den Blick auf den See. So erleben die Besucher ein Wechselbad der Gefühle zwischen dem, was war, und dem, was Bad Saarow wieder werden könnte.
In Bad Saarow, wo bereits seit 1929 Golf gespielt wird, lockt einer der schönsten und anspruchsvollsten Plätze der Republik.

Golfen in Brandenburg boomt. Kein neues Bundesland verfügt über so viele Anlagen und Mitglieder. Der 1990 gegründete Golfverband Berlin-Brandenburg wuchs von 110 im Gründungsjahr über 3688 vor zehn Jahren auf mittlerweile 13 850 Mitglieder. In Brandenburg gibt es 14 Golfklubs, die die MAZ in einer losen Folge vorstellt.

Die heutigen Golfplätze in Brandenburg sind allesamt erst in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichtet worden. Darüber wird leicht vergessen, dass der Sport mit dem kleinen, weißen Ball auch hierzulande auf eine lange Tradition zurückblicken kann.
In Bad Saarow amScharmützelsee wurde bereits 1929 ein Golf-Club gegründet, Clubhaus, 9-Loch-Anlage und Yachthafen inklusive. Berliner Prominenz wie zum Beispiel Boxlegende Max Schmeling, der von 1930 bis 1938 in Bad Saarow lebte, schwangen dort die Schläger. Doch der Faden riss nach 1945 ab, Fairways und Grüns mussten dem Kinderferienlager „Lilo Hermann“ weichen.

Inzwischen ist Bad Saarow wieder eine feste Adresse für Golfspieler aus ganz Deutschland. Auf einer Fläche von 300 Hektar sind zwischen Silberberg und Wendisch Rietz am Westufer des Sees 63 Golfbahnen entstanden. Mit dem „Sporting Club Berlin“ und dem vor wenigen Wochen aus der Taufe gehobenen „A-Rosa Golfclub“ sind sogar zwei Vereine auf der Anlage beheimatet.
Neben dem Südplatz am Seddiner See (Potsdam-Mittelmark) zählen die von Nick Faldo und Arnold Palmer geplanten Bahnen in Bad Saarow zu den schönsten und sportlich anspruchsvollsten der Republik. Faldos Linkskurs, der mit seinen 132 tiefen Sandbunkern an einen Truppenübungsplatz erinnert, war bereits zweimal Austragungs-ort der German Open. 2000 trugen hier die besten Amateurgolfer ihre Weltmeisterschaft aus. Im Juli wird die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Männer folgen. Doch nicht nur Könner kommen in Bad Saarow auf ihre Kosten. Für Einsteiger gibt es eine öffentliche 9-Loch-Anlage, die gegen eine geringe Gebühr mit eigenen oder Leihschlägern bearbeitet werden kann. Der Platz ist gut besucht und die ungezwungene Atmosphäre nimmt auch den Einheimischen mehr und mehr die Scheu vor dem vermeintlich exklusiven Ballsport.
Der vierte im Bunde ist der 2001 eröffnete Stan-Eby-Platz. Die 18 Bahnenmit breiten Fairways gelten als spielfreudig auch für höhere Handicaper. Das blanke Entsetzen ergreift die Spieler dann aber auf den erstklassigen Grüns, wenn ein leicht angetippter Ball wie auf einer Betonpiste unerbittlich am Loch vorbei rollt und erst nach vielen Metern liegen bleibt. Der Traum vom „Birdie“ oder „Par“ ist schnell ausgeträumt.